DEKUBITUS-PROPHYLAXE

Risiken erkennen – vorbeugend handeln

Ein Dekubitus, auch bekannt als „Wundliegen“ oder „Druckgeschwür“, versteht man die Schädigung von Haut und Gewebe durch länger anhaltende Druckbelastung. Anfangs kann er aussehen wie ein Sonnenbrand, im weiteren Verlauf wie eine Schürfwunde oder Brandblase. Er verursacht Schmerzen und die Heilung kann mehrere Wochen oder sogar Monate dauern. Es kann zu einer Infektion kommen und manchmal ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich.

 

WIE ENTSTEHT EIN DEKUBITUS?
Zwei Faktoren sind verantwortlich für die Entstehung: Zeit und Druck. Wenn auf bestimmten Körperstellen über einen langen Zeitraum zu viel Gewicht lastet, werden die Haut und das darunter liegende Gewebe „gedrückt“. Das Blut in diesem Bereich kann nicht mehr ausreichend zirkulieren, das Gewebe wird nur noch unzureichend mit Sauerstoff versorgt und stirbt langsam ab.

 

RISIKOFAKTOREN:

  • BETTLÄGERIGKEIT
  • SENSIBILITÄTSSTÖRUNG
  • KÖRPERWAHRNEHMUNGSSTÖRUNG
  • DURCHBLUTUNGSSTÖRUNG
  • ÜBER-ODER UNTERGEWICHT

 

VORBEUGENDE MASSNAHMEN:

✓ Bewegungsförderung: Übungen, die die Beweglichkeit verbessern und dem Patienten helfen, das Bett zu verlassen oder sich im Bett zu bewegen
✓ Druckentlastung: Richtiges Lagern und regelmäßiges Umlagern von Patienten, die sich nicht selbst bewegen können. Hierzu kann der Einsatz von speziellen Matratzen notwendig sein
✓ Hautpflege: Vermeidung von Feuchtigkeit durch Schweiß, Wundsekrete, Urin oder Stuhl
✓ Ernährung: Ausgewogene Nahrungs– und Flüssigkeitszufuhr
✓ Geistige Anregung: Gespräche, Zeitungen lesen, Fernsehen, etc. dienen der geistigen Fitness. Es ist wichtig, den zu pflegenden Menschen einzubeziehen und am alltäglichen Leben teilhaben zu lassen
✓ Schmerzbehandlung: Ein häufiger Grund für mangelnde Eigenbewegung sind Schmerzen. Setzen Sie sich beim behandelnden Arzt dafür ein, dass Schmerzen ausreichend behandelt werden

 

GRADEINTEILUNG:

Man teilt Dekubitus in Grade ein.
GRAD 1: Hautrötung bei intakter Haut, die auch bei Eindrücken mit dem Finger bestehen bleibt.
GRAD 2: Teilverlust der Haut. Der Druckschaden ist oberflächlich und kann sich als Blase, Hautabschürfung oder flaches Geschwür darstellen.
GRAD 3: Verlust aller Hautschichten. Der Dekubitus zeigt sich als tiefes, offenes Geschwür.
GRAD 4: Verlust aller Hautschichten mit ausgedehnter Zerstörung, Gewebsnekrosen (abgestorbenes Gewebe) oder Schädigung von Muskeln und/oder Knochen.

 

BITTE VERMEIDEN:

Warnung vor Salben und Melkfett: Im Gegensatz zur gewünschten Wirkung führt es zu einer kompletten Abdichtung der Haut und reduziert bzw. unterbindet den Wärmeaustausch. Vermeiden des Gebrauchs von synthetischen Fellen
und Plastikunterlagen. Abgeraten wird auch von der Anwendung von Puder: Dieser entzieht der Haut Feuchtigkeit. Durch Krümelbildung wird die Haut zusätzlich gereizt.

 

MACHEN SIE DEN FINGERDRUCKTEST:

Da sich auch eine gesunde Haut z.B. bei Wärme rötet, kann man durch den sogenannten Fingerdrucktest prüfen, ob es sich um eine normale Rötung handelt oder sich ein Druckgeschwür gebildet hat. Mit dem Finger kurz auf die gerötete Haut drücken.

  • Die Haut bleibt rot: ein Druckgeschwür liegt vor
  • Die Haut am Punkt des Fingerdrucks weiß verfärbt: kein Druckgeschwür

 

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Juni 2020